Perlen – Reinigung und Pflege



Eine Perle ist nicht nur wunderschön, sondern auch ein Wunderwerk der Natur. Obwohl es vieler menschlicher Eingriffe bedarf, bis eine Perle wirklich heranwachsen und gedeihen kann, entscheidet letztlich die Natur, ob all diese Bemühungen zum Erfolg führen.

Es ist ein langer und aufwendiger Prozess, bis eine Perle entsteht. Daher versteht es sich von selbst, dass deine Perlen besondere Pflege und Aufmerksamkeit benötigen. Wenn du ihren Wert und ihre Schönheit über lange Zeit erhalten möchtest, solltest du bei der Reinigung ganz besonders vorsichtig sein und einige wichtige Dinge beachten.

Perlen-Putzen wie verrückt?

Bloss nicht!!!

Natürlich müssen deine Perlen von Zeit zu Zeit gereinigt werden. Aber ganz sanft.


Selbst wenn du glaubst, du tust deinen Perlen etwas Gutes, indem du sie gründlichst säuberst, solltest du hinterfragen, ob ihnen das auch wirklich guttut. Zurückhaltung ist besser als grobes drauflosscheuern.

perlen pflege und reinigung
Tu das deinen Perlen nicht an

Ich höre zuweilen, dass Perlen-Besitzerinnen ihre Schätze mit einem ganz sanften Haarshampoo oder stark verdünntem Seifenwasser oder – ganz schlimm – zusätzlich auch noch mit einem Mikrofasertuch oder Schmutz-Radier-Schwamm reinigen.

Das verzweifelte Rufen nach HILFEEEEE!!!!!! dieser Perlen kann ich laut und deutlich hören.

Du wirst kaum glauben, was ich vor einigen Jahren auf einem Kunsthandwerksmarkt gesehen habe: Da hat eine Dame mit Filzstift Preise auf ihre Perlen geschrieben. Auf meine Frage, weshalb sie das tue, antwortete sie mir, dass sie so keine Preisschildchen schreiben müsse. Die gingen oft verloren und den Perlen mache das nichts, die würden das aushalten. 

Ich bin ich schweigend davon gegangen. Was sollte ich dazu auch sagen?

Echte Perlen brauchen besondere Pflege

Perlen, wenn sie echt sind, sind Wasserwesen. Egal, welches Wasser, ob süss oder salzig, es ist das Element, das Lebenselixier der jeweiligen Auster, in der Perlen geschützt heranwachsen. Die Austern sind die Mütter aller unserer Perlen-Schätze. Sie bilden in ihrem Inneren Perlensäcke und in denen entstehen die Perlen. Schicht für Schicht wächst das kostbare Perlmutt in diesem Perlensack heran. Das ist ein organischer, sicherer Platz für unsere Perlen.

Könnte eine Perle sprechen, würde sie schmerzhaft aufschreien, wenn du dich ihr mit einem chemischen Reinigungsmittel auch nur näherst. Sie würde dich daran erinnern, dass sie ein organisches „Produkt“ ist, dem es gar nicht bekommt, chemisch gereinigt zu werden.

Sie würde dir auch sagen, dass in ihrem organischen Ursprung das Geheimnis ihrer Schönheit liegt.

Wenn sie könnte, würde sie entsetzt das Gesicht verziehen, kämest du mit einem Filzschreiber daher, um ihren Wert darauf zu schreiben. Sie würde dir sagen, dass das ebenso nutzlos wie brutal ist. Denn du zerstörst ihren Wert damit.

Auch Bio hilft nicht

Bio-Produkte bilden keine Ausnahme. Die Perle will das nicht, sie schätzt es nicht und sie nimmt es dir wirklich übel. Vielleicht nicht sofort, aber sie ist nachtragend. Sie merkt sich alles und ehe du dich‘s versiehst, hört sie auf zu glänzen und straft dich wegen deiner Angriffe auf ihre sehr empfindliche Oberfläche.

Ich möchte dir nicht vorenthalten, dass es im Fachhandel Perlen-Pflege-Mittel gibt. Ich hatte welche. Sie haben meinen Perlen nicht geschadet, aber mir. Meine Haut war gar nicht glücklich damit. Ich bekam juckende rote Streifen am Hals. Also hab ich kurzerhand alles weggeworfen.

Das gilt nur für mich. Wenn du zu solch einem Mittel aus dem Fachhandel greifst und es richtig anwendest, kannst du dich in der Regel darauf verlassen, dass deine Perlen keinen Schaden nehmen.

Ich persönlich reinige meine Perlen direkt nach dem Tragen mit einem Tuch. Je nachdem, wie verschmutzt sie sind, oder wie stark ich geschwitzt habe, nehme ich ein trockenes, oder ein leicht feuchtes Tuch. Kein Mikrofaser-Tuch. Ein altes Baumwoll-T-Shirt tut hier seinen Dienst. Gründlich reinige ich meine Perlen, wenn ich sie neu aufziehe. Ich lege sie in lauwarmes Wasser, wo ich sie einige Stunden lasse und nehme danach jede einzelne Perle heraus und entferne den Schmutz, der sich ja vor allem um die Knoten herum gebildet hat. An diese Stellen komme ich jetzt gut heran, weil die Knoten entfernt sind. Wenn ich alle Perlen gereinigt habe, lasse ich sie offen mindestens über Nacht an der Luft trocknen.

Wenn ich in Eile bin, mache ich es so, dass ich die Perlen nach dem Reinigen auf eine Perlenknüpf-Schnur aufziehe und diese mehrmals durch die Perlen ziehe. So erreiche ich ein schnelleres Trocknen der Bohrlöcher. Besser ist aber immer, wenn du dir Zeit lassen kannst und deine Perlen wirklich keine Feuchtigkeit mehr in den Bohrlöchern haben.

Was kannst du für deine Perlen tun und was besser nicht?

  • Am besten ist eine Perlenkette an deinem Hals aufgehoben. Ich weiss, das geht nicht immer.
  • Zur Aufbewahrung eignet sich ein weiches Tuch, ein Kästchen, was mit Samt ausgeschlagen ist, oder ein Samt- bzw. Seiden-Beutel, in dem deine Perlenkette oder dein Perlenschmuck auch transportiert werden kann.
  • Noch bevor deine Kette reisst, solltest du ihr zuvorkommen und den empfindlichen Faden ab und zu überprüfen und neu knüpfen oder knüpfen lassen, wenn du Schäden feststellst. Die meisten Perlfäden sind leicht dehnbar. Es kann daher vorkommen, dass sich die Knoten verändern, auch wenn sie noch so präzise und sorgfältig gesetzt sind. Mal ganz davon abgesehen, dass das nicht schön aussieht, ist die Gefahr, dass die Schnur an dieser Stelle reisst, auch gross. Handle, bevor deine Kette handelt und dir auf den Boden fällt und du dabei vielleicht sogar Perlen verlierst, versehentlich darauf trittst oder es gar nicht bemerkst und deine Perlen verloren sind.
  • Vermeide alles, was die empfindliche Oberfläche deiner Perlen gefährden könnte. Pass gut auf, ob du sie mit anderen Schmuckstücken aufbewahren möchtest. Wenn etwas dabei ist, was die Oberfläche der Perle zerkratzt, dann ist Isolieren angesagt. Bewahre deine Perlen am besten getrennt von anderen Schmuckstücken auf.
  • Beschütze deine Perlen vor Substanzen, die ihnen nicht gut tun.
    Kosmetika, Parfum, Haarspray etc. schaden deinen Perlen.
    Pflege dich, bevor du deine Perlenkette anlegst. Hautcrèmes, Bodylotion etc. sollten in die Haut eingezogen sein, bevor du deine Perlen trägst.
    Nach dem Tragen reicht es, wenn du deine Perlen mit einem weichen Tuch abwischst. Ja, es kann ruhig leicht feucht sein. Denk aber immer an die empfindliche Perlenschnur. Die hält alles zusammen. Bitte behandle sie deshalb ebenfalls schonend. Nässe ist nicht gut für den Perlenfaden. Er kann reissen und im schlimmsten Fall verlierst du deinen Perlenschmuck.
  • Während du deine Haare föhnst, solltest du deine Perlenkette ebenfalls nicht tragen. Auch solltest du nicht mit ihr zum Schwimmen gehen. Salzwasser oder Chlorwasser von Schwimmbädern greift die Oberfläche an. Ganz sicher ist, dass die Perlenschnur dir das nicht verzeiht.

Wenn es dich interessiert, wie eine Perlenkette geknüpft wird, empfehle ich dir einen meiner Perlenknüpf-Kurse. Da zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du diese Kunst erlernen kannst. Es ist einfacher, als du glaubst. Auch das professionelle Montieren eines Verschlusses gehört zum Kurs.

Schau hier nach, da findest du die aktuellen Daten für meine Kurse.

Auf den beiden Perlen-Fotos siehst du eine Perlenkette, deren Hohldraht schon ziemlich ramponiert ist.


Hohldraht bedeutet, was das Wort sagt: Es ist haarfeiner Draht, der in Spiralen gewickelt und in der Mitte hohl ist. Er wird auf die Perlen-Schnur aufgezogen, um sie an der Stelle, wo sie mit dem Verschluss in Kontakt kommt, zu umhüllen und zu schützen. Wie dieser sensible Draht auf die Perlenknüpf-Schnur aufgezogen wird und um den Montageteil des Verschlusses geführt wird, lernst du ebenfalls in einem meiner Perlenknüpf-Kurse. Übrigens: In meinen Kursen heisst dieser Draht meistens liebevoll „Würmchen“.

Wenn der Hohldraht so aussieht wie auf den Fotos, die ich dir oben zeige, dann wird es höchste Zeit, dass deine Perlen-Kette neu geknüpft wird. Das ist auch die perfekte Gelegenheit, den Verschluss zu reinigen.

Aufbewahrung

Bewahre deine Perlen nicht an zu trockenen Orten oder an direktem Sonnenlicht auf. Ihre Oberflächen bestehen aus empfindlichem Perlmutt, was in der Feuchtigkeit der Auster herangebildet wurde. Und du weisst, dass Perlen Wasserwesen sind. Also lass deine Perlen nicht total austrocknen, sie würden ihren Glanz verlieren. Tragen auf der Haut ist eine gute Möglichkeit, deinen Perlen Luft und Feuchtigkeit zuzuführen.

Pass gut auf deine Perlen-Schätze auf

Es lohnt sich wirklich gut auf deine Perlen-Schätze aufzupassen. So hast du lange etwas von ihrer Schönheit und der Freude, die sie dir bringen.

Ich wünsche dir viel Sorgfalt und Freude bei der Pflege und dem Erhalt der Schönheit deiner Perlen.

Vielleicht hat dich die Neugier oder die Lust gepackt, Perlen zu fühlen und zu erleben, wie aus vielen einzelnen Perlen dein ganz persönliches Schmuckstück wird. Dann sehen wir uns vielleicht an einem der nächsten Perlenknüpf-Kurse.  Ich freu mich auf dich.

Wir sehen uns, herzlichst,
Christine

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Weitere Blog-Beiträge über Perlen:

„Perlen“ – wie meine Liebe begann und ich einen Juwelier-Laden beleidigt verlassen habe.

„Süsswasser-Zuchtperlen“ – wie sie entstehen

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