Perlen-Knüpfen

Ich erzähle dir hier über das Perlen-Knüpfen. Nehme dich mit in einen Perlenknüpf-Kurs. Sofern der Ablauf eines Kurses überhaupt planbar ist, berichte ich davon. Pläne sind das eine, wie es dann im Kurs aussieht, kann schon mal von meinen Vorbereitungen abweichen.

Ich möchte dich mitnehmen und abtauchen in Kreativität und Schönheit, dich mitnehmen ins Eintauchen in das Erlebnis Perle.

Ich möchte dir zeigen, dass Perlen-Knüpfen eine Kunst ist, die du lernen kannst. Du sollst erfahren, dass du auch ohne Vorkenntnisse dazu in der Lage bist, dir eine Perlen-Kette zu knüpfen und den Verschluss professionell zu montieren.

Dieser Artikel ist eine Hommage an die Kunst des Perlenknüpfens und vor allem an all meine Teilnehmerinnen, die mir in meinen Kursen viel Vertrauen entgegenbringen. Die auch dann vertrauen, wenn sich etwas, was ich erkläre, nicht sofort erschliesst, sondern erst im Tun erfahrbar und verständlich wird.

Perlen sind von Natur aus schön.

Seit jeher verzaubern sie die Menschen. Sie sind Mythos und Traum genauso wie Realität und Wissenschaft. Die Perlenzucht hat in den letzten Jahren immer wieder auf neue Methoden gesetzt, um das natürliche Wachstum von Perlen zu erforschen und dieses Wissen als Grundlage zu erheblichen Verbesserungen eingesetzt. Ich habe darüber bereits einige Blog-Artikel geschrieben, die ich dir am Ende dieses Beitrags verlinke. Wenn es dich interessiert, findest du dort vielleicht einiges über Perlen, was du noch nicht wusstest.

Kurs-Vorbereitung

Für mich beginnt die Vorbereitung eines Kurses schon sehr früh. Sobald sich genügend Teilnehmerinnen oder Teilnehmer angemeldet haben und der Kurs sicher durchgeführt wird, schaue ich mir die Teilnehmerliste gut an.

Ich setze mich damit auseinander, wer zum Kurs kommen wird. Kenne ich die Teilnehmerin schon? Prima, ich freue mich über jede Wiederholerin.

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Manchmal arbeite ich gerne – und besonders gut – wenn ich meinen Arbeitsplatz von zu Hause an einen anderen Ort verlege. Hier lese ich freudig eine Teilnehmer-Liste und sitze in einem japanischen Restaurant

Falls ich eine Teilnehmerin noch nicht kenne, fängt die Vorfreude darauf, jemand Neues kennenzulernen, bereits mit deren Anmeldung an. Ich bin gespannt, wer diese Frau wohl ist und wie sie auf die Idee kam, das Perlen-Knüpfen zu lernen.

Ich schreibe ganz bewusst von Teilnehmerinnen, denn bisher war noch nie ein Mann Teilnehmer in einem meiner Perlenknüpf-Kurse. Obwohl meine Kurse auch den Herren offenstehen.

Kenne ich eine Teilnehmerin bereits, dann weiss ich in der Regel, was auf sie und mich zukommt. Ich kann gut abschätzen, welche Anforderung das an mich sein wird. Ob sie viel Unterstützung baucht oder eher wenig, ob sie sich einschüchtern lässt, wenn Unvorhergesehenes geschieht oder ob sie gelassen „am Faden“ bleibt. Das bedeutet nicht, dass mich nicht auch Teilnehmerinnen, die ich bereits kenne, immer wieder überraschen. Es ist und bleibt spannend beim Perlen-Knüpfen.

Ich prüfe meine Perlenvorräte

Damit ich genügend Auswahl habe, gehe ich einige Zeit vor einem Kurs durch meine Vorräte. Zum einen prüfe ich, ob ich tatsächlich Auswahl habe. Ich versuche, meinen Teilnehmerinnen eine breite Vielfalt zu bieten, damit jede nach ihrem Geschmack auswählen kann. Es geht aber auch um Kosten. Meine Preisspanne ist recht gross, sodass auch für jeden Geldbeutel Material vorhanden ist.

Ganz wichtig ist mir, dass die Perlen anbiete, die für Anfänger geeignet sind. Das bedeutet, dass ich sicherstelle, dass die Bohrung für den Knüpffaden möglichst gerade verläuft, damit der Knüpffaden gut durch die Bohrung gezogen werden kann. Die Nadeln, die für die Fäden verwendet werden, sind recht dünn, was bedeutet, dass sie sich leicht verbiegen. Wenn sie auf Widerstand im Inneren der Perle stossen, weil diese nicht gut gebohrt ist, macht es das Leben einer Anfängerin unnötig schwer.

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Oben siehst du die dünne Nadel. Im Verhältnis zum Faden, den du unten siehst, ist sie sehr dünn

Falls ich nicht genügend oder keine geeignete Auswahl haben sollte, habe ich noch genügend Zeit, auf eine Einkaufstour zu gehen.

Ich prüfe auch, ob ich genügend Knüpffaden und Verschlüsse vorrätig habe.

Die Qualität des Fadens

ist für deine Kette mit entscheidend. Der Faden muss – ich sage bewusst nicht sollte –

  • von der Fadenstärke her genau auf das Bohrloch der Perle abgestimmt sein
  • farblich gut passen
  • von wirklich guter Qualität sein

Fäden sind nämlich nicht weniger kompliziert als so manche Perlen-Diva. Da zaubern sich Knoten herein, die wirklich niemand gemacht hat, da spaltet sich der Faden in seine Bestandteile, da reisst einem dieser elende Faden doch tatsächlich mitten in der Arbeit. Und dann reisst auch schon mal ein strapazierter Geduldsfaden.

Aber es ist wie im richtigen Leben, es hilft einfach nicht, die Flinte ins Korn oder den Faden ins Klo zu werfen. Atme durch und gib ihm noch eine Chance.

Wer schon Perlen geknüpft hat, weiss, wovon ich spreche. Fäden haben wirklich kein dickes Fell.

Wer noch nie Perlen geknüpft hat, darf sich davon aber nicht abschrecken lassen. Es gibt immer eine Lösung. Und wenn es nicht weitergeht, dann bleibt nur: Erneut durchatmen und neu beginnen. Sich bewusst machen, dass es eben nicht

wie von Zauberhand erschaffen

ist, sondern dass Gewusst-wie dazugehört. Dass man das Knüpfen wirklich lernen muss und dass Übung den Meister macht.

Es gibt sie, diese Talente, die sich hinsetzen, loslegen und ehe ich richtig geschaut habe, die ersten Perlen geknüpft sind und ich nichts daran auszusetzen habe. Ganz unbescheiden sage ich dir, dass ich auch dazu gehörte. Von Anfang an war das Knüpfen für mich kein grösseres Problem.
Was natürlich nicht heisst, dass ich im Laufe der vielen Jahre, die ich knüpfe, nicht vor Herausforderungen stand. Das Gefühl, wenn die Kette fertig ist und nur noch der letzte Knoten fehlt und einem just in diesem Moment der Faden reisst, ja, das kenne ich. Oder du knüpfst wacker Perle für Perle und auf einmal lässt sich die nächste Perle nicht auf den Faden ziehen. Siehe da, da ist ein dicker, fetter, satter und unlösbarer Knoten im Faden. Wie kam der da hin???? Natürlich weisst du, dass sich da irgendetwas verheddert hat, ohne dass du es gemerkt hast. Aber ich bin trotzdem jedes Mal fassungslos, wenn mir das passiert. Ja, mir passiert das auch.

Verschiedene Materialien treffen aufeinander

Wenn du eine Kette mit Verschluss knüpfst, macht es Sinn, den Faden vor dem Metall, aus dem der Verschluss besteht, zu schützen. Dazu benutzt du Hohldraht, liebevoll auch Würmchen genannt. Hohldraht ist haarfeiner Draht, der zu einer Spirale gedreht wurde und sehr weich und geschmeidig ist und sich um die Oese des Verschlusses legt und so den Faden nicht direkt mit dem Metall in Berührung kommen lässt.

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Oberes Bild: aufgefädelter Hohldraht
Unteres Bild: Hohldraht der sich um den Metallring legt

Die Reissgefahr wäre an dieser Stelle ohne Hohldraht besonders gross, denn gerade den Verschluss benutzen wir ja sehr oft. So ist es nur gut, dass da eine „Schutzschicht“ zwischen Faden und Metall angebracht wird

Es gibt verschiedene Perlen-Knüpf-Techniken

Jede Technik ist anders. Ich mag nicht so gerne von Vorteilen oder Nachteilen sprechen. Sie sind einfach unterschiedlich und ich entscheide nach Perle, welche Technik ich anwende.

Meistens knüpfe ich mit Faden mit integrierter Nadel. Die gibt es in allen Farben und Stärken und in verschiedenen Qualitäten.

Es gibt aber auch Spulen mit Perlseide. Davon kann man einen beinahe endlos langen Faden abschneiden und sehr lange Ketten knüpfen. Die könnten dann sogar ohne Verschluss geknüpft werden, da sie gut über den Kopf passen.

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Mit einer Knüpf-Pinzette

führe ich den Faden ganz nah an die Perle und mache dann den Knoten, sodass der ganz dicht an der Perle zu liegen kommt und sie nicht hin und her rutscht. So geht das dann Perle für Perle.

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Knüpf-Pinzette mit gebogener Spitze

Die andere Methode ist, mit doppeltem Faden zu knüpfen und den Knoten mit beiden Fäden zu machen und ebenfalls dicht an die Perle zu legen.

Wie gesagt, ich entscheide nach Perle, welche Knüpf-Art ich anwende. Bei sehr grossen Perlen nehme ich doppelten Faden, bei kleineren immer einfachen.

Weshalb werden Perlen überhaupt geknüpft?

Die Knoten zwischen den Perlen schützen die kostbare Perlmuttschicht vor Abrieb. Durch die Knoten reiben die Perlen nicht aneinander und werden auf diese Weise geschont.

Ausserdem fällt eine Kette viel schöner, wenn sie geknüpft ist. Das gilt im übrigen auch für Steinketten. Geknüpft fallen sie fliessender.

Weisst du, welche Momente ich im Perlenknüpf-Kurs am meisten liebe?

Wenn es plötzlich ganz still wird in der Gruppe und jeder versunken in sein Tun ist und mit Hingabe Knoten für Knoten macht. Das sind die ganz leisen Augenblicke, die sich anfühlen wie tiefe Meditation. Da werde ich auch ganz still, um die Magie des Augenblicks voll geniessen zu können.

Ja, und irgendwann kommt es dann ein plötzliches „oh nein!!!!“ oder „das darf doch nicht wahr sein!!“ oder ……. Na ja, du weisst schon, dieses Wort, was man nicht sagt und schreibt ;-).

Das ist dann der Moment, wo ich wieder zur Stelle bin und helfe, damit es weiter gehen kann. Und wenn es wirklich nicht weiter geht,  weil der Faden gerissen, der Knoten nicht lösbar oder der Hohldraht sich in seine Bestandteile aufgelöst hat, dann beginnen wir mit vereinten Kräften von vorne. Gemeinsam geht das meistens recht rasch und bald kommt dann wieder der nächste Moment voller Stille und der Fluss strömt wieder.

Das sind auch die Situationen, die nicht im Voraus planbar sind. Im einen Kurs passiert es, im nächsten nicht. Es zählt nur, dass wir alle ruhig und entspannt bleiben. Es gibt immer eine Lösung.

Manche Teilnehmerin weisst mich zu Beginn darauf hin, dass sie all das noch nie gemacht hat und nicht sicher ist, ob das auch was wird.
Sei beruhigt: Es ist noch immer etwas geworden. Und du bist in einem Kurs, nicht in einem Leistungszentrum. Hier lernst du, was du noch nicht kannst und knüpfst in deinem eigenen Tempo und machst DEINE Fortschritte.


Das ist das, was Fortschritt bedeutet: Du beginnst irgendwo deinen Weg und schreitest Schritt für Schritt fort. Immer einen nach dem anderen. Lass dir deine Zeit. Ich bin für dich da und helfe dir sehr gerne.

Ich bin unglaublich glücklich, wenn meine Teilnehmer mit strahlenden Augen aus dem Kurs gehen und ich setze wirklich alles daran, dass das geschieht.

Erlebe die Freiheit von Kreativität

Ich lade dich dazu ein, deiner Kreativität freien Lauf zu lassen. In meinen Perlenknüpfkursen   wirst du lernen, entdecken, fühlen und dich begeistern:

  • Du entwirfst dein persönliches Schmuckstück: Eine Kette, Ohrhänger oder ein Armband
  • Du wählst dafür die Perlen aus, die perfekt zu dir passen
  • Du lässt dein einzigartiges Schmuckstück Wirklichkeit werden

Du erlebst, wie dein Wunderwerk Knoten für Knoten entsteht: Für dich. Von dir.

Falls du glaubst, dass du das nicht kannst, vertrau mir. Du schaffst das und ich helfe dir mit meinem Können und Wissen bei jedem Schritt. Du lernst, wie du die Perlen knüpfst, einen tollen Verschluss einarbeitest und dein kostbares Unikat richtig pflegst. Um Material brauchst du dich nicht zu kümmern, ich bereite alles für dich vor.

Ich freue mich darauf, mit dir zu entdecken, was für verborgene Talente in dir schlummern. Lass uns einander gegenseitig inspirieren. Zeig dich, wie du bist: Von Natur aus strahlend, einzigartig und bezaubernd, so, wie es dein Schmuckstück sein wird.

Das Perlen-Knüpfen ist mir sehr vertraut, ja, es ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Ich knüpfe blind. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Deshalb könnte es leicht sein, dass ich gerade deine Frage in diesem Artikel nicht beantwortet habe. Es ist wie mit allem, was man regelmässig und professionell tut: Der Blick nach aussen oder auch der Blick von aussen ist einem verstellt.

Sei daher ganz frei und stelle deine Fragen. Entweder in den Kommentaren oder melde dich per Mail oder Messenger bei mir. Ich beantworte all deine Fragen sehr gerne und so gut ich kann.

Wenn dich die Neugier oder die Lust gepackt hat, dich näher mit Perlen zu beschäftigen, melde dich zu einem Perlenknüpf-Kurs bei mir an. Alle Kursdaten findest du hier.

Ich freue mich sehr auf dich. Melde dich an.

christine-lindner-schmuckmacherin-kontaktiere-mich-du-bist-mir-wichtig

Wir sehen uns,
herzliche Grüsse

Christine

Weitere Blog-Artikel über Perlen:
Wie alles begann und wie ich beleidigt aus einem Juwelier-Geschäft gerauscht bin.
Süsswasser-Zuchtperlen
Reinigung und Pflege von Perlen
Ming-Perlen
Mini-Ming-Perlen

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Dass die Kette schöner fließt, wenn sie geknüpft wird, macht natürlich Sinn. Gewusst habe ich es aber nicht. Jetzt bin ich wieder ein bisschen schlauer geworden. Danke, Christine! 🙂 Das mit dem Faden … da musste ich daran denken, wie mir beim Bau meiner Trommel die Lederschnüre immer wieder gerissen sind. Das war wirklich kein Spaß! Beim Perlen knüpfen muss mann wenigstens nicht noch mit nassen Händen ziehen wie ein Wahnsinniger. 😉 Ich bin gespannt auf weitere Artikel aus der Schmuckwerkstatt!

    Antworten
    • Liebe Anne, schön, dass dir was Neues über den Weg gelaufen ist. Ja, ziehen wie wahnsinnig wäre eher ungünstig. Ich sage zu meinen Kursteilnehmerinnen immer sie sollen „mit liebevoller Gewalt“ am Faden ziehen. Will heissen schonend, aber dennoch so, dass die Knoten schön werden.
      Herzliche Grüsse

      Antworten

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