Ming – Perlen

Teil 10 – Ming-Perlen

Im Juli ist es passiert.

Ich habe mich verliebt, in eine Dame namens Ming. Mit vollem Namen heisst sie Ming-Perle. Ich war auf Einkaufstour für diesen Herbst und habe beim Perlenhändler etwas ganz Besonderes angeboten bekommen. Na, da war ich ja dann doch gespannt, was es da wohl gibt, was ich noch nicht kenne. Ich konnte es mir gar nicht so richtig vorstellen, was das denn sein könnte.

Gespannt wartete ich, und dann kamen sie, präsentiert auf einem weissen Samt-Tablett in der Hand der Verkäuferin. Pure Verführung, pure Schönheit. Ein Wunder-Juwel. Aber ehrlich, um die Schönheit dieser Perle zu beschreiben komme ich an die Grenzen meiner sprachlichen Möglichkeiten. Ich wünsche dir, dass du die Gelegenheit hast, diese Perle mal selbst zu bewundern und in der Hand zu halten.

Versprechen kann ich nichts, aber es könnte durchaus sein, dass ich bei meinem nächsten Einkauf nicht mehr widerstehen kann.

Drei der schönsten Perlenstränge, die ich je gesehen habe.

Ihre Form war barock und die Farbe variierte in allen nur erdenklichen Goldtönen. Ich kam ob dieser Schönheit gar nicht aus dem Staunen heraus.

Es war reine Vernunft, dass ich nicht gleich alle drei Stränge, die mir präsentiert wurden gekauft habe. Aber ich habe sie natürlich fotografiert.

An dieser Stelle bitte ich dich um Entschuldigung. Die Fotos sind nicht die besten, die ich je gemacht habe. Aber du weisst, wie das ist, wenn man verliebt ist, schock-verliebt sogar. Da ist man einfach zittrig und an eine ruhige Hand ist da wirklich nicht zu denken.

Und wie das bei Verliebten auch ist, ich habe versucht, alles raus zu finden, was ging. Ich wollte wissen, woher das Objekt meiner Begierde kommt, wie es entsteht, wächst und gedeiht. Ich habe mein Gegenüber mit allen Fragen gelöchert, die mir in den Sinn kamen.

Ich habe versucht, bessere Fotos zu finden. Fotos, die frei und nicht urheberrechtlich geschützt sind und die ich hier auch verwenden darf. Ach, was bin ich froh, dass es das Internet gibt! Auch wenn diese Fotos viel besser sind, möchte ich dir meine dennoch zeigen. Ich bin sicher, du wirst den Unterschied auch bemerken, ohne dass ich dich darauf hinweise.

Hier, was ich über die Ming-Perle erfahren habe

 Wie entsteht sie?

  1. Sie ist eine Süsswasser-Perle mit Kern. Inzwischen weisst du ja, dass Süsswasser-Perlen normalerweise ohne Kern gezüchtet werden. Im Perlenbrief darüber hatte ich dir schon angedeutet, dass es neuere Züchtungen mit Kern gibt. Eine davon ist eben die, die ich dir heute vorstelle, die Ming-Perle.
    Es bedeutet also, dass der Mutter-Auster ein Muschelkern und ein Gewebeteilchen eingepflanzt wird. Beides wird direkt in die Gonade (das Geschlechtsteil) der Auster gesetzt.
  2. Welche Auster wird als Mutter verwendet?
    Es ist tatsächlich die gleiche Auster wie bei allen anderen Süsswasser-Perlen auch, die Hyriopsis cumingii / schlegeli.
    Es dauert drei volle Jahre, bis die Perle sich entwickelt hat. Ihre Perlmutt-Schicht variiert zwischen zwei und fünf Millimetern.
  3. Warum stösst die Auster den Kern in diesem Fall nicht ab?
    Tja, wenn ich das nur wüsste. Die Züchter geben ihre Geheimnisse natürlich nicht preis, so dass ich da im Dunkeln tappe – noch. Denn ich werde natürlich nicht aufhören zu fragen und selbst zu recherchieren. Ich krieg das schon raus. Aber ich verstehe natürlich auch, dass Forschungsergebnisse immer geheim sind. Forschung bedeutet, grossen Aufwand zu betreiben, viel Geld und Zeit zu investieren. Den Erfolg hiervon möchte man nicht gefährden, in dem Einzigartigkeiten preisgegeben werden und dann viele andere Züchter bequem auf diesen Zug aufspringen.
  4. Weshalb der Name Ming?
    Offenbar sind hier die grossen Kaiser der Ming-Dynastie Pate gestanden.

Mit 15 bis 25 mm Durchmesser ist die Ming-Perle eine Riesin. Ihr Lüster steht dem der Akoya-Perle in nichts nach.

Die Ming-Perle zählt zu den grössten Errungenschaften der Forschung auf dem Gebiet der Perlenzucht der letzten Jahre.

Und ob ich heute schon ganz genau alle Geheimnisse ihrer Entstehung weiss, ist erst mal gar nicht wichtig. Ich bin froh, dass es diese Perle gibt und alles andere wird auch noch an´s Licht kommen. Wird sich sozusagen aus der Auster schälen. Da fällt mir für einmal Geduld gar nicht schwer.

Wenn dich die Neugier oder die Lust gepackt hat, dich näher mit Perlen zu beschäftigen, melde dich zu einem Perlenknüpf-Kurs bei mir an. Im Kurs am 21. September 2019 und am 23. November 2019 sind noch Plätze frei.

Ich freue mich auf jeden Fall auf dich.  Meld dich an.

 

Wenn du möchtest, kannst du mir gerne in die Kommentare schreiben, ob dir meine Perlenbriefe gefallen und / oder ob dich noch etwas ganz Spezielles am Thema Perle interessiert. Ich antworte dir gerne.

Herzliche Grüsse
Christine

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8 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Liebe Christine, deine Reihe mit wissenswertem über die Vielfalt von Perlen ist eine Freude und Bereicherung für mich. Die Mingperle nun, ist ein Traum! Und sogleich sehe ich mich im glitzerndem Wasser schwimmend, als eine mit unzähligen Perlenketten behangene Schöhnheit plätschernd … was für ein schöner Traum. Liebe Grüße von Biggi.

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    Liebe Biggi
    Oh, wie mich das freut, dass du dich bereichert fühlst. Jaaaa, die Mingperlen …….. was gut, dass entdeckt wurde, wie die gezüchtet werden. In glitzerndem Wasser kann ich mir dich unbedingt vorstellen. Du bekommst jede Perle von mir, die dir dafür gut tut.
    Herzlich, Christine

    Antworten

Mit Perlen kenne ich mich nicht so aus. Umso überraschter war ich, dass Du mich auf die Perle mit (nicht nur) meinem Namen aufmerksam gemacht hast. Diesen Beitrag habe ich verschlungen. 🙂

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Welch schöne Art von Liebe!

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Oh, Danke, Gertie, das freut mich wirklich sehr.

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Dass gibt es selten dass ich alles auf einmal lese. Du hast so ein tolle Art zum Schreiben,ich bin gespannt auf der nächste Teil . Ich habe jetzt viel über Perlen gelernt und bin traurig dass ich soweit weg wohne. Gerne hätte ich ein Kurs mitgemacht. Solltest du mal online Kurse geben ,ich bin dabei . Christine viele liebe Dank für deine tolle Beiträge ,ich habe viel gelernt .

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